9. September 2026 · Fokus Global + CH/EU
Dies ist die vollständige Micro.blog-Version des Reports.
Diese Woche dreht sich vieles um Verpackung und Logistik: Die selbstkühlende Dose Cool>Can debütiert an der London Packaging Week, ein tschechisches Startup macht Zapfen ohne Netzanschluss möglich, und Dalum zeigt, dass CO2-Rückgewinnung nun auch im Craft-Massstab wirtschaftlich ist. Die BrauBeviale im November bündelt die Technik-Trends der Branche – Effizienz, Wasserverbrauch und Fähigkeit zur alkoholfreien Fertigung. Im No/Low-Segment rücken unterdessen funktionelle Zutaten in den Fokus.
Verpackung · Tech DeltaH Innovations aus Wales hat gemeinsam mit Brains Brewery die weltweit erste vollständig rezyklierbare selbstkühlende Getränkedose vorgestellt. Ein Knopfdruck aktiviert eine chemische Reaktion, die das Getränk ohne Kühlschrank oder Strom innert Minuten abkühlt. Das Debüt erfolgt an der London Packaging Week mit Brains Bayside Welsh Lager; Skalierungspiloten laufen bereits.
Das 2024 gegründete Startup mit rund 247'000 $ Funding verspricht 2 bis 40 % CO2-Einsparung pro Dose in der Lieferkette, weil lange Kühlketten entfallen können.
CH/EU-Relevanz: Für Events, Wandertouren und Outdoor-Kanäle, wo Kühllogistik teuer oder unmöglich ist, eröffnet das Format neue Absatzwege. Die vollständige Rezyklierbarkeit ist zugleich Voraussetzung für das strenge schweizerische Verpackungs-Recycling – europäische Handelspartner dürften genau darauf achten.
Quellen:
Nachhaltigkeit · Tech Pure Project Brewing in San Diego hat mit einer Craft-Anlage von Dalum Beverage Equipment über 34 Tonnen biogenes CO2 aus der Gärung zurückgewonnen, gereinigt, verflüssigt und wieder eingesetzt – die Brauerei ist damit zu 100 % in der CO2-Versorgung unabhängig. Zur Feier entstand zusammen mit Dalum und Societe Brewing das Kollaborationsbier «Closed Loops», gebraut mit recyceltem CO2.
Societe hat die Technik ebenfalls integriert – damit wandert eine bisher Grossanlagen vorbehaltene Technologie ins Craft-Segment und dezentralisiert die CO2-Versorgung. Dalum zählt laut eigenen Angaben über 100 Installationen auf fünf Kontinenten.
CH/EU-Relevanz: Gaspreise und Lieferengpässe treffen auch Schweizer Kleinbrauereien. Skalierbare Rückgewinnungsanlagen ab Nano-Grösse machen Eigenversorgung ab kleinen Produktionsmengen realistisch, senken Betriebskosten und Transportemissionen – ein realistisches Investitionsobjekt für Brauereien in der Schweiz.
Quellen:
Tech · Markt Krones nutzt die BrauBeviale (10.–12. November 2026, Nürnberg) als Bühne für drei Neuentwicklungen: Der Modulfill HES füllt bis 78'000 Flaschen pro Stunde bei reduzierter Sauerstoffaufnahme und damit längerer Haltbarkeit. Der Lavasonic HI reinigt Flaschen ultraschallbasiert mit deutlich weniger Wasser und Energie, und der Smartpac NXT verpackt flexibel in Glas und PET.
Die Messe rückt zudem alkoholfreie Fertigung, Ressourceneffizienz und Digitalisierung ins Zentrum – die drei Themen, die laut Krones die Branche 2027 prägen werden.
CH/EU-Relevanz: Die BrauBeviale ist die wichtigste Investitionsplattform für europäische und Schweizer Brauereien. Wasserverbrauch und Energieeffizienz sind angesichts hoher Betriebskosten und der Wasserdebatte in der Schweiz zentrale Kriterien bei der Anlagenerneuerung.
Quellen:
Produkt · Startup Das tschechische Startup DURVAG finanziert auf Kickstarter den Settler: einen Akku-Bierhahn, der aus Standardfässern zapft, auf 4 °C kühlt und dank 46'000-mAh-Akku bis 20 Stunden läuft – bis zu 24 Halbliter pro Stunde. Die Kampagne liegt bei rund 38'600 von 50'000 US-Dollar (77 %), Auslieferung soll im April 2027 erfolgen, das Gerät kostet rund 900 US-Dollar.
Das Konzept richtet sich an Outdoor- und Event-Szenarien, in denen Zapfanlagen mit Netz- oder Gasanschluss bisher kaum einsetzbar sind.
CH/EU-Relevanz: Für Schweizer Festivals, Bergrestaurants und mobiles Catering ist das ein interessantes Modell: Zapfstation ohne Festnetz. Die EU-weite Crowdfunding-Kampagne zeigt die Nachfrage; ab 2027 könnten solche Geräte auch hierzulande im Eventgeschäft Fuss fassen.
Quellen:
No/Low · Trend Die American Society of Brewing Chemists (ASBC) sieht funktionelle Zutaten als nächsten Trend im alkoholfreien Bier: Zusätze für Hydration und Fokus, teils mit speziell gezüchteten Hefen wie Ornithin-Produzenten. Zentrale Herausforderung ist der Nachweis der Wirkung ohne Geschmackseinbusse.
Parallel wächst das Segment weiter: In Ungarn erreicht alkoholfreies Bier einen Marktanteil von 10 % (Januar bis August 2026, plus 1,1 Prozentpunkte gegenüber Vorjahr) – getragen von KI-gestützter Prozessoptimierung und Anpassung an wärmere Sommer.
CH/EU-Relevanz: No/Low bleibt das Wachstumssegment auch in der Schweiz. Funktionelle Claims sind hier streng reguliert (EU Health-Claims-Verordnung, in der CH analog kritisch gehandhabt) – Brauereien mit validierten Claims und unverändertem Geschmack können sich deutlich differenzieren.
Quellen:
Vollständiger HTML-Report auf Zo.Space: murratore.zo.space/brauerei/…